Viktor (Rezension)

  • Titel: Victor
  • Autorin: Mary Lee Wagner
  • Seitenzahl: 378 Seiten
  • Preis: Taschenbuch 15,00€, eBook 8,99€
  • ISBN:  978-3967331127
  • Verlag:  Wreaders Verlag

DER INHALT

An der alten Fabrik fand Sarahs und Viktors Freundschaft ihren Anfang und Jahre später Luisas Leben sein Ende. Gestern blickte Sarah in die sanften Augen ihres besten Freundes, heute sind es die eines Mörders. Dabei war er es, der ihr mit einem seiner zerfledderten Bücher im Schoß sagte, dass sie ein wundervoller Mensch sei und sie sich nichts aus der Meinung der Anderen machen brauchte.
Gehört zu bedingungsloser Freundschaft auch das Verzeihen eines Mordes? Und stimmt es, was alle sagen: Hat Viktor für Sarah getötet?

MEINE MEINUNG

Kennt ihr Bücher, bei denen ihr teilweise mit offenen Augen auf die Seiten starrt und sich langsam ein großer Klumpen in eurem Hals bildet? So habe ich mich bei Viktor gefühlt. Dieses Buch in eine Schublade zu stecken fällt mir unglaublich schwer, bzw. ich habe bis jetzt keine Ahnung, wohin mit diesem Buch in meinem Kopf.

Aber worum geht es eigentlich?

Sarah ist in ihrer Schule eine Außenseiterin, keine Freunde, keine stabile Familie und keine Ruhe, da sie täglich sowohl verbal als auch physisch von ihren Mitschülern attackiert wird. Ihr einziger Lichtblick? Ihr bester Freund Viktor. Viktor, der junge ohne richtige Vergangenheit, nur mit seiner starken Meinung und seinem zerfledderten Buch. Was Sarah über Viktor weiß? nicht viel. Sie weiß nur, dass er alles für sie tun würde, nur rechnet sie nicht damit, dass er für sie auch töten würde.

Die Geschichte wird die meisten Kapitel aus Sarahs Sicht erzählt, immer abwechselnd mit der Sarah aus der Vergangenheit, als Victor noch in ihrem Leben war und aus der Gegenwart, als Victor jemanden getötet hat.

Der Roman ist schon fast schmerzhaft realistisch und zwingt einen zur andauernden Selfreflexion. Es ist ehrlich keine einfach Kost. Am ehesten hat mich dass mit einer Lektüre erinnert, die man in der Schule liest und anschließend eine lange Analyse schreibt in der man sich mit der Frage von Schuld und Vergebung auseinandersetzt.

Was kannst du vergeben? Was ist unverzeihlich.. und kannst du einen Menschen dann immer noch so sehr lieben? Ich für meinen Teil habe Sarah zu 10000000 % verstanden. Ihre Gedankengänge sind absolut nachvollziehbar, was aber dem wirklich unglaublich guten Schreibstil zu verdanken ist. Der Schreibstil ist an manchen Stellen schonungslos ehrlich, oft auch ironisch und irgendwie macht es das Buch zu dem, was wirklich benötigt wird, um die Message oder das schwierige Thema das Buches rüberzubringen.

Die Ausarbeitung der Charaktere ist detailreich und realitätsnah. Auch die Markel und „dunklen“ Seiten sind absolut toll umgesetzt.

Ein Negativ Punkt habe ich jedoch, der trotzdem nichts an der Bewertung des Buches ändert, denn das Buch benötigt einfach eine absolut eindeutige und klare Triggerwarnung. Sogar mich, die das Thema Mobbing zwar ärgert, aber nicht triggert, hat mich absolut aufgewühlt.

FAZIT

Absolut verdiente 5 Sterne und meiner Meinung nach ein Must-Read für jeden, der sich mit der Frage der Schuld und Vergebung auseinander setzt.

Bewertung: 5 von 5.

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